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  Fluglotsenstreik am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg
01.10.2008

Lotsengewerkschaft greift Regionalflughäfen an


Braunschweig, 1. Oktober 2008


Die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH soll mit der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) Tarifvertragsverhandlungen für die insgesamt acht Braunschweiger Fluglotsen aufnehmen. Nach mehreren Sondierungsgesprächen und mehreren eintägigen Warnstreiks hat die GdF der Flughafengesellschaft mit Schreiben vom 30.09.2008 unbefristete  Arbeitskampfmaßnahmen angekündigt, die inzwischen abgewendet wurden.


Der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Boris Gelfert, bedauert diese Entwicklung.
„Unsere Fluglotsen sind bei uns tariflich schon die Spitzenverdiener. Die Gewerkschaft verlangte Einkommensverbesserungen von fast 35 % auf einen Schlag; bei gleichzeitiger Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 31 (!) Stunden hätte der Stundensatz 50 EUR überschritten. Außerdem sollten wir ein Höchstalter von 57 Jahren für den Einsatz als Lotse
akzeptieren und die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung und dann noch für
mehrwöchige Kuren alle 5 Jahre übernehmen. Alles in allem hätten sich unsere Personalkosten für die Flugsicherung fast verdoppelt. Diese exorbitanten Forderungen waren auch ein Affront gegen alle anderen engagiert arbeitenden Mitarbeiter und Kollegen. Die Gewerkschaft war einfach nicht bereit, die wirtschaftlichen Verhältnisse wie auch das tatsächliche Verkehrsaufkommen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg mit seinen knapp 25.000 Bewegungen im Jahr ernsthaft zu berücksichtigen“, bewertet Gelfert die Unnachgiebigkeit der Gewerkschaft. „Die Gewerkschaft hat sich zwar zunächst in einigen Punkten bewegt, das Gesamtpaket war aber für uns nicht akzeptabel. Wir wollten jedoch weiter reden.“


Die Flughafengesellschaft will nicht aufgeben und sieht dem Streik gelassen entgegen. „Wir
müssen uns gegen diese beispiellosen Forderungen zur Wehr setzen. Das sind wir unseren
Mitarbeitern und unseren Gesellschaftern schuldig. Außerdem müssen wir uns auch im
Interesse der Region und vor allem der anderen Regionalflughäfen, für die wir ja modellhaft
stehen, für maßvolle Abschlüsse einsetzen. Wir werden den Flughafen vorübergehend auch
ohne Fluglotsen wenigstens teilweise in Betrieb zu halten versuchen. Gleichzeitig werden
wir auch organisatorische und strukturelle Veränderungen prüfen. Wir appellieren jedoch an
die Gewerkschaft, die von ihr abgebrochenen Gespräche wieder aufzunehmen.“


Die Unternehmen der Region Braunschweig/Wolfsburg/Göttingen – vom Mittelständler bis
zum drittgrößten Automobilhersteller der Welt – benötigen laut Gelfert den Flughafen im
Geschäftsreiseverkehr, um kurzfristig und schnell reagieren und sich im internationalen
Wettbewerb behaupten zu können. „Diese Aufgabe wollen wir auch weiterhin mit zumutbarem Aufwand erfüllen. Eine für nur wenige Arbeitnehmer des Flughafens antretende Gewerkschaft kann uns nicht einfach unannehmbare Bedingungen für den Betrieb und letztlich den Fortbestand unseres Flughafens diktieren.“



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